Im Personenschutz zu arbeiten, bedeutet, einer Kombination von Herausforderungen gerecht zu werden, die andere Berufe - auch Sicherheitsberufe - nicht kennen.
Der Personenschützer wird daran gemessen,Er braucht Fachwissen.
Aber mehr als jeder andere muss er dieses Wissen in blitzartig verfügbare Fähigkeiten und Fertigkeiten umsetzen können. Er muss von einer Sekunde zur anderen, ohne lange nachzudenken, zu 100% einsatzbereit sein.
Andererseits wird er - das mag man als erfreulich oder als problematisch ansehen - an diesen Fähigkeiten, auf die es im Ernstfall ankommt, meist nicht gemessen, weil der Ernstfall nicht eintritt.
Die Schutzperson bildet sich ihr Urteil nach Eindrücken, die weit unterhalb des Kampfes mit Entführern oder Terroristen liegen: Zum Beispiel danach, wie der Personenschützer vorbeugend tätig wird, wie er sich bei kleinen Problemen mit Fans oder harmlosen Zwischenfällen verhält. Danach, wie er in Verhandlungen mit Fluggesellschaften, Veranstaltern oder ausländischen Behörden die Voraussetzungen für ein ungestörtes Agieren seiner Schutzperson schafft.
Und auch danach, ob er beim Marathonlauf seines Ministers mithalten kann, ob er sich situationsgerecht kleidet und verhält, ob man sich mit ihm auf dem gesellschaftlichen Parkett sehen lassen kann oder ob er Fingernägel kaut und nach Tabak riecht.
Darum sagt dieser Leitfaden auch etwas zur Ernährung und zu Stil und Form. Nicht für die, die das alles schon wissen. Für die anderen, für die es vielleicht hilfreich ist.
Autoren und Herausgeber wünschen allen, die jeden Tag unterwegs sind, um Menschen vor Gefahren zu schützen, Glück und Erfolg bei der Anwendung ihres Wissens.